Die Kriegsvorbereitungen durch die Bundesregierung werden immer offener und umfassender. Mit der „Zeitenwende“ zurück zu einem hochgerüsteten kriegerischen Deutschland und der Einstimmung auf einen möglichen Krieg gegen Russland (und/oder China) durch den Verteidigungs- (oder treffender: Kriegs-(?))minister Pistorius sowie der Einstellung des Gesundheitswesens auf Krieg durch Gesundheitsminister Lauterbach sollen nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger jetzt auch Kinder auf Krieg eingestimmt werden.

„Friedensdiktat“ oder sich Krieg diktieren lassen?

Alle Menschen, die ich spreche, wünschen sich aber nachhaltigen Frieden. Welcher Bürger wünscht sich wirklich Krieg? Für seine Kinder und Enkelkinder? Vertreten die Regierung und Bundestagsabgeordneten wirklich die Mehrheit der Bevölkerung? Vertreten sie ihren eigenen Willen? Mir fällt es schwer, dies zu glauben. Statt Frieden zu stiften und notfalls auch zu diktieren, lassen sie sich anscheinend Krieg diktieren.

Schon Sokrates soll gesagt haben: „Das Geheimnis der Veränderung besteht darin, deine ganze Energie darauf zu konzentrieren, Neues aufzubauen, statt Altes zu bekämpfen.“

Wie kann unser Wunsch nach einem friedlichen Miteinander mehr Raum zur Entfaltung bekommen und wie können womöglich neue, bisher nicht gesehene Möglichkeiten im öffentlichen Diskurs gefunden werden? Möglichkeiten zum Frieden stiften, wie die Menschen ihn wirklich wollen?

Ein offener Brief an Ministerien und andere Verantwortliche zur Diskussion

Wir haben in einem Kokreativen KulturTreffen KKT in Präsenz am 17.3.2024 in Heckenbeck Frieden kultivieren zum Thema genommen. Dabei gab die Forderung der Bundesbildungsministerin nach Kriegsvorbereitung der Kinder an den Schulen den Anlass, unsere Wünsche zu formulieren, was Kinder an den Schulen zum Thema Frieden und Kriegsprävention lernen sollen.

Das Ergebnis ist ein Brief an die Bundesbildungsministerin und die KultusministerInnen und andere. Diesen Brief können Sie sich gerne herunterladen, uns Ihre Zustimmung und Unterzeichnung oder anderes Feedback mitteilen und/oder ihn selbst an verantwortliche Menschen im Bildungssystem senden und/oder an Interessierte weiterleiten…

Offener Brief zum Download

Betr.: Friedens-Bildung an Schulen – auch als Kriegs- und Gewaltprävention

 Sehr geehrte Frau Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger,

Ihre Forderung, dass Schulen Kinder auf den Krieg vorbereiten sollen, hat uns nachdenklich und betroffen gemacht.

Wir wünschen uns, dass unsere Kinder bzw. Enkelkinder in der Schule lernen, wie man Frieden stiften und erhalten kann.

Sie sollen lernen und vertrauen können, dass Menschen in ihrem tiefsten Wesen von Herzen Frieden wollen und friedensfähig sind.

Sie sollen lernen, wie sie durch Kommunikation dazu beitragen können,

  • dass Menschen auch in Konfliktfällen zu ihrer tiefen Friedensfähigkeit finden;
  • dass sie Konflikte friedlich, zumindest gewaltfrei, lösen können;
  • dass sie konstruktiv streiten können.

Sie sollen lernen, dass sie ein bedeutsamer Teil größerer Gemeinschaften, letztlich einer Weltgemeinschaft und Biosphäre sind. In diesen Gemeinschaften sollen sie kokreativ kooperieren lernen, auch mit der Natur.

Sie sollen auch lernen, mit Kriegstreibern nicht zu kooperieren. Kriegstreiben macht Angst und verursacht Stress. Wer von Kriegen profitiert, zeigt die Geschichte.

Kinder sollen Visionen für ein friedvolles Leben in der globalen menschlichen Gemeinschaft und in der Biosphäre entwickeln und versuchen umzusetzen. Das ist die beste Vorbereitung auf und Prävention von Krieg.

Wir wollen unsere Kinder nicht als Kanonenfutter und als Bestandteile von Kriegsplänen.

Wir wollen für unsere Kinder und Enkel Frieden in ihrer Umgebung und in der Menschheit sowie der Biosphäre und fordern Sie auf, dass dies Inhalt des Lehrplans an allen Schulen wird. Dazu gehören auch die Geschichte der Friedensbewegung und Formen gewaltfreien Widerstands und ggf. Erkenntnisse zum fairen Kooperieren aus der Entwicklungspsychologie, die Fähigkeit zur Kommunikation, Mediation sowie Entscheidungsfindung in komplexen Situationen in einer vernetzten Welt.

Wir wünschen uns von Ihnen als Bildungsministerin, dass Sie mit gutem Beispiel vorangehen und eine breite öffentliche Diskussion zum Thema „Frieden stiften in einer kriegerischen Stimmung“ anregen und organisieren – zumindest im ganzen Bildungswesen.

Hochachtungsvoll                        

Theodor Dierk Petzold

u. v. a.

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2 Kommentare
  1. Christina HügeHornauer
    Christina HügeHornauer sagte:

    Sehr geehrtes Team Salutogenese,
    Ja wir alle wollen Frieden. Ein schönes Schreiben von ihnen. Sicher wollten die Ukrainer in ihrem Land auch Frieden. Dennoch was tun wir gegen Gewalt, Gewaltmenschen und Machthaber, die uns überrollen und sich im Recht wähnen. Müssen wir uns nicht verteidigen oder alternativ uns opfern ? Die Anzahl autoritärer Staaten und rechtsradikaler und linksradikaler Menschen nehmen zu. Müssen wir und unsere Kinder nicht lernen sich zu verteidigen und wenn ja wie ?
    Was tut der einzelne, wenn sein Gegenüber ständig Vereinbarungen bricht ?
    Ich bin sehr für Frieden wünsche mir jedoch pragmatische , realpolitische Lösungen. Leider sehe ich diese nicht außer gegen halten oder sich opfern.
    Herzliche Grüße
    Christina HügeHornauer
    PS : Ich habe mal einen Kurs in Gilching besucht .

    Antworten
  2. Pascale Dauster
    Pascale Dauster sagte:

    Lieber Theo, liebe BewohnerInnen in Heckenbeck. Ich kann mich komplett anschließen. ✌🏽Vielen herzlichen Dank für die auffordernden und bestärkenden Worte.🤸🏽 ich habe den Text gerne auf FB gepostet und leite ihn weiter unter FreundInnen und Bekannten. Ich arbeite an meinem inneren Frieden ✌🏽 in der Meditation , im
    Umgang mit meinen Mitmenschen, in der Kommunikation, eine Herausforderung die sich sehr komplex anfühlt. In mir gibt es eine starke Motivation Balancepunkte zu finden, die mich in die Selbstregulation bringen mit mir und anderen .Diesen Frieden in mir zu gestalten ist für mich ein biodynamischer Prozess. Ein Wunsch nach Stille/ Stillpoints in den verschiedenen Lebensdimensionen. Sich ausweitende Stille und damit Ruhe fürs Nervensystem und Gemüt 🙃🙂🕊️☮️

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