Übergänge meistern – Vertrauen in ungewissen Zeiten

Ganz aktuell, europaweit und global durch die Corona-Pandemie sowie auch durch Kriege, Flüchtlingsströme und Finanz-/Wirtschaftskrise ist ein Thema in den Vordergrund getreten, das uns bereits in anderen Zusammenhängen beschäftigt: Übergänge.

Übergänge lassen sich in unterschiedlichen Dimensionen betrachten und erleben: z.B. individuell, sozial, kulturell, global und spirituell. Ein charakteristisches Merkmal aller Übergänge ist, dass eine bislang als stimmig erlebte Verbundenheit (=Kohärenz) nicht mehr funktioniert und die neue Kohärenz noch nicht erreicht, manchmal noch gar nicht klar sichtbar ist. Zum Beispiel bei der Geburt, dem Sterben, in der Pubertät, wie auch beim Klimawandel, dem derzeitigen Finanzsystem oder dem Übergang von Krieg in Frieden und von Syrien nach Europa.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die Ungewissheit und Unvorhersagbarkeit hinsichtlich des Verlaufes.

Angesichts immer komplexer werdender Lebenswelten ist es unser Anliegen, verschiedene Systemdynamiken tiefgehend und mehrdimensional zu erforschen und zu beschreiben. Die Frage nach hilfreichen Kompetenzen, um die dazugehörigen Prozesse zu leben, zu (er)tragen und bewusst mitzugestalten, hat sich dabei als zentral herausgestellt.

Wenn Werte wertlos werden: Wie finden wir Orientierung?

Gibt es im Wandel auch Gleichbleibendes und Unveränderliches
?

Gibt es Gesetzmäßigkeiten in Übergängen?

Welches Wissen hilft uns? Welches Bewusstsein?

Wie können wir Vertrauen im Übergang finden, wenn Vertrautes wegbricht?

Welche Offenheit für Unbekanntes brauchen wir dann?

Wann brauchen wir Mut zum Handeln, wann Mut zur Geduld?

Welche Verbindungen unterstützen mich / uns?

Welche Rolle spielen Emotionen wie Schmerz, Trauer, Angst und Ohnmacht?

Auf diese und viele andere Fragen suchen wir Antworten, wenn wir Übergänge bewusst leben und mitgestalten wollen. Ein intentional kooperatives und kommunikatives Netzwerk kann dafür ein förderliches Lernumfeld darstellen. Wir verbinden uns mit anderen Menschen und entwickeln gemeinsam und gesellschaftlich Antworten.

Räume für bewusstes Mitgestalten von Übergängen

Wir möchten Raum zur Erforschung und Bildung eines bewussten Umgangs mit Übergängen schaffen und offenhalten. Durch Erfahrungsaustausch und gemeinsame Reflexion von Übergängen jeglicher Art wollen wir unser Beobachter-Bewusstsein schulen und erweitern. In der Verbindung von Erfahrungswissen, theoretischem Wissen und Handlungs-/Anwendungswissen bilden sich neue Denkstrukturen, die Kopf, Herz und Hand integrieren.

Durch eine Er-Innerung an Verbunden-Sein können wir unser Vertrauen in möglicherweise chaotische Lebensprozesse stärken. In einer offenen und interdisziplinären Annäherung an eine bewusste Gestaltung von Übergängen wollen wir verschiedene inhaltliche Beschreibungsweisen einbeziehen. In Theorien von Dynamiken komplexer Systeme finden wir unter anderen einen aufschlussreichen Ansatz, diese abzubilden und zu reflektieren. Neben der inhaltlichen Differenzierung ist uns an der Findung von Ähnlichkeiten zwischen unterschiedlichen Zugängen gelegen. Dies sind aktuell uns wichtig erscheinende Themen und Methoden zur Kompetenzentfaltung. Bei allem ist uns wichtig, subjektives Erleben mit der (ggf. wissenschaftlichen) Beobachterperspektive zusammenzubringen und eine gemeinsame Sprache zu finden. Dies ist ein Anfang.

Wir sind auf dem Weg und gespannt, wo er uns hinführt!

Theodor Dierk Petzold      Mona Siegel

Vom 05.05. – 07.05.2017 fand das erste Symposium zum Thema Übergänge im Seminarhaus Alte Mühle in Bad Gandersheim/Ackenhausen statt. Das Programm können Sie hier noch nachlesen. In DER MENSCH vom August 2017 mit dem Schwerpunktthema Inmitten von Übergängen finden Sie Artikel und Impressionen zum Symposium.

In DER MENSCH vom August 2017 mit dem Schwerpunktthema Inmitten von Übergängen finden Sie Artikel und Impressionen zum Symposium.