Die Methode SalKom®

Grundlegendes

Inhalte siehe jeweils eigene Seite von Basis-, Aufbau- und Kursleiterausbildung.

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Ziele der Salutogenen Kommunikation 

Menschen sollen befähigt werden, ihre wichtigsten Motivationen wie Bedürfnisse und Anliegen wahrzunehmen, zu kommunizieren und ihre mehrdimensionalen Beziehungen in Richtung Kohärenz und Gesundheit mitzugestalten. 

Haltungen / Einstellungen

1.      Eine salutogenetisch orientierte Haltung ist auf Kohärenz ausgerichtet – in kreativer Kooperation 

An oberster Stelle steht die  Kommunikation für ein gutes Leben möglichst Aller in der Biosphäre. Dies entspricht der übergeordneten Kohärenzmotivation (s. Petzold 2022a, 2023). Diese Intentionalität ist die Grundlage für die kreative Kooperation.

2.      Offenheit für Dialog / Respekt der Autonomie

Für das Gespräch bringen wir eine Offenheit für einen Dialog mit, dessen Verlauf und Ergebnis / Ende nicht vorhersehbar ist. Diese Haltung baut auf und ist verknüpft mit einem tiefen Vertrauen in die Selbstregulation und Respekt vor der Autonomie und Freiheit des Gegenübers.

3.      Wohlwollen: Begleitung und Anregung der Selbst-/Kohärenzregulation

Im Gespräch zeigen wir ein grundsätzliches Wohlwollen gegenüber unserem Mitmenschen mit dem Bemühen, in der Begleitung seine gesunde Selbst-/Kohärenzregulation anzuregen.

Der Fokus ist gerichtet auf

  1. Kohärenz/Stimmigkeit – attraktive Ziele (Attraktiva)
  2. Autonome Selbst-/Kohärenzregulation – Autonomie: Macht-Opfer-Dreieck auflösen durch Bedürfniskommunikation
  3. Intentionale Kooperation zu positiven Zielen
  4. Entwicklung – zu komplexeren Verhaltensmöglichkeiten
  5. Systemische Bezüge – neue Beziehungsmöglichkeiten/-muster öffnen, lernen
  6. Kohärenz-/Annäherungsmotivation/-Ziele anregen und stärken; auch (Ur-)Vertrauen schenken, fördern und ermutigen – Abwendungsvermögen/Resilienz stärken im Dienst von Kohärenz und Annäherung
  7. Ressourcen erinnern und erschließen

Modelle (neu entwickelt)

  1. Kommunikative Selbst-/Kohärenzregulation
  2. Attraktionsprinzip – Attraktiva im Informations- und Möglichkeitsraum
  3. Macht-Opfer-Dreiecks-Beziehungsmuster
  4. Mehrdimensionalität der Kommunikation: Lebensdimensionen und Ich-Dimensionen in Resonanz
  5. Kreative Dialoge (Kokreativität) im ‚Intentionalen Resonanzraum‘
  6. Drei basale Motivationen: Kohärenz-, Annäherungs- und Abwendungsmotivation und ihre Modi
  7. Gesunde Stressregulation / Stehaufmännchen
  8. Emotionale Kompetenz im Kontext von Bedürfniskommunikation
  9. Phasen des Gesprächs als Begleitung in der Kohärenzregulation

Techniken

Zur Anwendung kommen diverse Techniken, die für die jeweils Beteiligten zur Annäherung an Kohärenz in der jeweiligen Situation passend und wirkungsvoll sind. Die angewandten Techniken sind zum Teil neu entwickelt zum anderen Teil von anderen Therapie- und Kommunikationsmethoden übernommen und bei Bedarf angepasst.

Qualitätskriterien für salutogenetische Orientierung

ergeben sich insbesondere aus den Haltungen und den Fokussen.

Reflexion – wissenschaftlicher und weltanschaulicher Hintergrund

Der theoretische Hintergrund der Salutogenen Kommunikation ist ein systemisches evolutionäres Weltbild und Menschenverständnis (Petzold 2000, 2011, 2013, 2020, 2022b). Es geht von der Evolution von lebenden Systemen aus, die mehrdimensional miteinander in Resonanz sind. Das große System wirkt top-down auf das kleine und umgekehrt können bottom-up kleine Veränderungen auch zu Übergängen in großen Systemen führen. Diese Sichtweise ist in der systemischen Psychologie und salutogenen Psychodynamik gesunder Entwicklung ausgeführt (Petzold 2022a)

Persönliche Ursprünge der Salutogenen Kommunikation und Ausbildung

Schon als Medizinstudent galt mein (TD Petzold) Hauptinteresse der Psychosomatik, dem Zusammenspiel von Körper und Geist. In meiner ärztlichen Praxis waren viele Patientinnen an einem bewussten Umgang mit ihrem Körper interessiert. Meine erste komplette Psychotherapie-Ausbildung habe ich als Allgemeinarzt, beginnend 1980, in der köperorientierten Bioenergetischen Analyse von Alexander Lowen absolviert. Sie ist – im Unterschied zu den Bemühungen Wilhelm Reichs, dem Lehrer Lowens – sehr pathologisch orientiert, was ich als diskriminierend und kontraproduktiv für die Psychotherapie empfand. Außerdem fehlte mir in dieser Ausbildung die reflektierte Achtsamkeit für zwischenmenschliche Beziehungen einschließlich der therapeutischen. So habe ich noch Fortbildungen in der systemischen Familientherapie gemacht, im Resonanz-NLP und vielen anderen.

Gesucht habe ich nach gesunden, selbstregulatorischen Funktionszusammenhängen zwischen Geist, Seele und Körper. Diese Intentionalität habe ich ansatzweise auch bei Ronald Grossarth-Maticek und seinem Autonomietraining gesehen. Er hat ganz stark einen hedonistischen Ansatz vertreten und erfolgreich praktiziert und evaluiert. Für viele ‚chronisch‘ Erkrankte konnte ich darin einen guten Ansatz sehen. Grossarth-Maticek hat auch nur kurze Interventionen durchgeführt – nach eigenen Aussagen meist nur ein Autonomie-Gespräch. Mit ihm habe ich 2002 eine Ausbildung im Autonomietraining aufgebaut.

Ein erstes Konzept für eine ’salutogene Arzt-Patient-Kommunikation‘ habe ich 2004 in der Arbeitsgruppe SaKom initiiert, mit Prof. Dr. med. Eberhard Göpel (Hochschule Magdeburg), Elisabeth Möller (Schauspielerin, Kommunikationscoach, Bad Gandersheim) und Dr. rer. nat. Dipl. Psych. Annette Mulkau (Kommunikationstrainerin, Magdeburg) und Theodor D. Petzold (Arzt und Psychotherapeut (ECP), Bad Gandersheim). Ich habe diese Initiative dann weiter mit dem Autonomietraining von Ronald Grossarth-Maticek und vielen anderen Methoden integriert und daraus die Salutogene Kommunikation SalKom® entwickelt.

Literatur

Ausgewählte Veröffentlichungen zur Salutogenen Kommunikation

Petzold TD, Henke A (2023) Motivation. Grundlagen für ein gelingendes Leben. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung.

Petzold TD (2022b) Schöpferisch kommunizieren – Aufbruch in eine neue Dimension des Denkens. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; 2., überarbeitete Auflg.

Petzold TD (2022a) Drei entscheidende Fragen – Salutogene Kommunikation zur gesunden Entwicklung. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; 2., überarbeitete Auflg.

Petzold TD (2021) Salutogene Kommunikation zum Anregen der Selbstheilungsfähigkeit. In: BUGY (Hg.): Hatha-Yoga pro Gesundheit. Göttingen: V&R.

Petzold TD (2020): Gesundheit ist ansteckend – Praxisbuch Salutogenese. München: Irisiana; 2., überarbeitete Auflg.

Petzold TD (2016): Geburt ist Kooperation im Annäherungsmodus. In: DHZ Deutsche Hebammenzeitschrift 2016. 68 (1) 32-36.

Petzold TD (2015a): Für eine gute Arzt-Patient-Kooperation ist die gemeinsame Intentionalität entscheidend. In: ZFA Z.Allg.Med.10: 6-10.

Petzold TD (2015b): Ent-Wicklung von Beziehungsmustern in intentionalen Gemeinschaften. In: Der Mensch Heft 50/51, S. 5-12.

Petzold TD (2014): Selbsthilfe, Selbstregulation und Kommunikation. In: Der Mensch Heft 48, 1/2014 S.11-17.

Petzold TD (2013a): Salutogene Kommunikation und Selbstregulation. In: Praxis – Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation. 26. Jahrgang, Heft 2-2013 (92); S. 131-145.

Petzold TD (2013b): Stimmigkeit im therapeutischen Resonanzraum. In: Der Mensch Heft 47, 2/2013 S.48-51.

Petzold TD (2013c): Salutogene Kommunikation zur Anregung der Selbstheilungsfähigkeit bei langwieriger Erkrankung. In: Petzold & Bahrs (Hrsg. 2013): Chronisch krank und doch gesund. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; S. 263-278.

Petzold TD (2013d): Kreative Gruppenprozesse für gesunde Entwicklung – auch gesellschaftlich. In: Petzold & Bahrs (Hrsg. 2013): Chronisch krank und doch gesund. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; S. 396-407.

Petzold TD (2013e): Errors, communication and a learning feedback-loop for development. Presentation on international conference in Ascona Switzerland: COME Communicating Medical Errors. http://www.salutogenese-zentrum.de/

Petzold, TD (2011a): Salutogene Kommunikation. In: Petzold & Lehmann (Hrsg.): Kommunikation mit Zukunft. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung S. 141-163.

Petzold TD, Lehmann N (2011b): Salutogenesis, globalization, and communication.  In: Special Issue of International Review of Psychiatry Dec 2011, Vol. 23, No. 6, Pages 565-575. http://informahealthcare.com/eprint/2tBKJEewTtXWMACrEfxs/full.

Petzold TD (2011c): Systemische und dynamische Aspekte von Ganzheit in einer Theorie der Allgemeinmedizin. In: Zeitschrift für Allgemeinmedizin ZFA 2011 (87)(10) S.21-26.

Petzold TD, Lehmann N. (2009): Salutogene Kommunikation zur Annäherung an attraktive Gesundheitsziele. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung (Brosch.).

Petzold TD (2007): Bedürfniskommunikation. In: Psychotherapie Forum Vol. 15 No.3 2007 S.127-133.

Petzold TD (2005): Die ärztliche Gesprächsführung im Sinne einer salutogenen Kommunikation. In: Erfahrungsheilkunde 2005; 54, S. 230-241.