Grundlegendes

Inhalte siehe jeweils eigene Seite von Basis-, Aufbau- und Kursleiterausbildung.

Hier können Sie den Ausbildungsflyer herunterladen. 

Ziele der Salutogenen Kommunikation – Intentionalität

Die Salutogene Kommunikation SalKom® dient der kooperativen Mitgestaltung des guten Lebens in allen Lebensbereichen. Die Ausbildung befähigt zur kommunikativen Anregung der gesunden Selbstregulation in therapeutischen, beraterischen und pädagogischen Settings.

Von Natur aus strebt der Menschen zum Guten, nach Freude in Stimmigkeit/Kohärenz, wozu auch Gesundheit gehört. Diese entsteht im Miteinander. In bewusster Kommunikation und Kooperation können wir dieses Streben nach Kohärenz in unsere mehrdimensionale Welt bringen – im Privaten, Öffentlichen, Beruflichen – und global in der Biosphäre. Salutogene Kommunikation dient der Anregung der Selbstheilungsfähigkeit, der gesunden Entwicklung in allen Lebensbereichen.

Viele menschliche Probleme scheinen dann ungelöst zu bleiben, wenn Menschen irgendwann und irgendwo im Leben aufgehört haben, sich eine oder alle von drei entscheidenden Fragen zu stellen – unbewusst oder bewusst. Denn unser System funktioniert oft so, dass es diesen drei Fragen auch unterhalb unseres Wachbewusstseins nachgeht. Das kann in Bezug zu einem Mitmenschen, zu einer Umgebung, einer Arbeitssituation oder etwas anderem für den Betroffenen Bedeutsamen sein. 

In Beratungsgesprächen und Therapien geht es darum, die Ausgangssituation für das Verharren, die Blockierung der Kohärenzregulation zu finden oder eine analoge damit verknüpfte Situation, um die Regulation dort mit auf die Situation angepassten Fragen anzuregen.

Ziele der Ausbildung: 

In der Basisausbildung lernen die Teilnehmenden, eine salutogenetische Orientierung in ihrer alltäglichen und beruflichen Kommunikation und Kooperation konsequent anzuwenden – eine Orientierung auf attraktive Ziele und hilfreiche Ressourcen umzusetzen. Insbesondere durch Anwendung der drei entscheidenden Fragen – jeweils angepasst an gegebene Situationen und Bedürfnisse – werden gesunde und kokreative Entwicklungsprozesse angeregt.

In der Aufbauausbildung wird das Verständnis der Psychodynamik gesunder Entwicklung und systemischen Bezüge vertieft sowie entsprechende Interventionsmöglichkeiten bei Problemen und Erkrankungen vermittelt. Die AbsolventInnen können psychodynamisch und systemisch wirksame salutogene Gespräche führen.

Haltung

Die Salutogene Kommunikation ist eine dialogische Gesprächsweise. Das bedeutet, dass wir in einer wohlwollend achtsamen Haltung in ein Gespräch gehen, Kooperation anbieten und suchen und offen für die Belange des Klienten sowie für unvorhergesehene Verläufe und Ergebnisse sind. Die Kommunikation entfaltet sich dialogisch hin zu einer kreativen Kooperation / Kokreation.

Methodik / Vorgehen

Der Klient wird in den Phasen seiner systemischen gesunden Selbstregulation dialogisch begleitet und angeregt (drei entscheidende Fragen zum Wahrnehmen/Motivation (Soll-/Ist-Zustand) – zum Handeln – und zur Reflexion der Erfahrungen und zum Lernen daraus) (Petzold 2013a,b, 2020). 
Bedürfnisse und Anliegen hinter Emotionen werden wahrgenommen und kommuniziert (Bedürfniskommunikation) (Petzold 2007, 2013a,b).
Wunschlösungen werden gefunden und Handlungsschritte zur Annäherung an attraktive Ziele gegangen bzw. geplant (Petzold 2011a, 2013a,b).
Kooperative Auswege aus dem dramatischen Opfer-/Warn-Dreieck, wie z.B. bei Traumafolgen, werden beschritten (Petzold 2014, 2015a,b).
Der moderierte „imaginierte Dialog“ ist eine psychodynamisch besonders wirkungsvolle Technik zur Lösung alter Beziehungsmuster und systemischer Verstrickungen, wie auch Loyalitätskonflikten (Petzold 2011a).
In der Salutogenen Kommunikation kommen verschiedene Techniken auch anderer Therapie- und Kommunikationsmethoden zur Anwendung soweit sie den Zielen und dem Anliegen dienen.
Sie ist eine lernende, integrierende und damit eine sich entwickelnde Methode.

Didaktik / Methoden in der Ausbildung: Impulsreferate, Gruppengespräche und -reflexion, kommunikative Partnerübungen, Rollenspiele, Beratungen und Intervision in Dreiergruppen, Gespräche vor der Gruppe, Supervision, salutogenetisch orientiertes ‚reflecting team‘ und Arbeit mit dem ‚Lebensdimensionen-Netz‘. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung ist Selbsterfahrung bei der Problemlösung.

Reflexion – wissenschaftlicher und weltanschaulicher Hintergrund

Der theoretische Hintergrund der Salutogenen Kommunikation ist ein systemisches evolutionäres Weltbild und Menschenverständnis (Petzold 2000, 2011, 2013, 2020). Es geht von der Evolution von lebenden Systemen aus, die mehrdimensional miteinander in Resonanz sind. Das große System wirkt auf das kleine und umgekehrt können kleine Veränderungen auch zu Übergängen in großen Systemen führen.

Wissenschaftliche Grundlagen sind die moderne Hirn- und Psychotherapieforschung (Grawe, Bauer, Hüther, Schubert, Schiepek, Elliot), die Forschungen zur Komplexität adaptiver Systeme (Chaosforschung Peitgen et al; Sturmberg et al; Scott).

Die empirischen Forschungen von Lawrence LeShan, Steve de Shazer, Ronald Grossarth-Maticek und Aaron Antonovsky haben wichtige gedankliche und praktische Impulse zur Entwicklung der Salutogenen Kommunikation gegeben. 

In der Salutogenen Kommunikation werden die Erkenntnisse der Psychodynamik konsequent salutogenetisch entwicklungsorientiert verstanden und angewendet.

Struktur

Zum gegenseitigen Kennenlernen dient ein Kennenlern- und Einführungs-Webinar. Es dauert drei Stunden und beinhaltet zwei Impulsvorträge, Dialogübungen, Fragen und Gespräche in der Gruppe (Näheres siehe unter Basisausbildung). Nach diesem Kennenlern-Webinar können Sie sich dann für eine Teilnahme an der Basisausbildung entscheiden.

Die Basisausbildung besteht aus zwei Teilen, die zusammen oder nacheinander gebucht werden können. Der erste Teil zum/zur „Salutogenen KommunikatorIn“ besteht aus vier Online-Modulen (Vorträge und Webinare) und drei Präsenz-Wochenendmodulen und der zweite Teil zum/zur „SalKom-BeraterIn“ zusätzlich aus zwei Life-SV am Supervisionswochenende und drei schriftlich/mündliche Fall-Supervisionen und einer Abschlussarbeit / Besprechung.

Wer die BeraterInnen-Ausbildung in Salutogener Kommunikation erfolgreich absolviert hat, soll in der Lage sein, in seinem Tätigkeitsfeld so salutogen und kooperativ zu kommunizieren, dass es der gesunden Entwicklung förderlich ist. Gesammeltes pathogenetisch (auf Krankheiten) orientiertes Wissen soll dabei integriert werden.

In der Aufbauausbildung geht es in sechs Wochenend- Modulen (C1-6) oder drei 5-Tage-Modulen (CI-III) um eine salutogenetisch orientierte psychodynamische Sicht- und Beratungsweise. Als SalKom®-Coach/-TherapeutIn (je nach Beruf) sollen Sie in Ihren Therapien bzw. Beratungen psychodynamisch wirksame, auch systemisch übernommene Kommunikationsmuster salutogen lösen können.

Zum Kursleiter für TSF: „Training der Stressregulationsfähigkeit – Rundum stimmig und gesund“ (acht Gruppenevents – von den Krankenkassen als multimodales Stressmanagement zertifiziert) können Sie sich in einem 5-tägigen Kursleitertraining ausbilden lassen. Voraussetzung ist die erfolgreich absolvierte BeraterInnen-Ausbildung. Nach dem Kursleitertraining sind Sie befähigt, das TSF in der Gruppe durchzuführen. 

Die Fortbildung in salutogener Kommunikation wird von der Ärztekammer Niedersachsen als Fortbildung anerkannt und bislang mit 23 Punkten pro Wochenendseminar zertifiziert.  

Methodik in der Ausbildung

In Impulsreferaten werden theoretische Grundlagen, Strukturmodelle und Inter­ventionen vermittelt. Zur Basisausbildung gibt es Online-Vorträge und Webinare.
In Partner- und Kleingruppenübungen wird die salutogene Kommunikation erfahren, erprobt und geübt.
In Gruppengesprächen wird das Verständnis vertieft.
In Einzelgesprächen und Supervisionen auch vor der Gruppe wird am Beispiel gelernt.
In Rollenspielen werden neue Lösungen gefunden, die im kollegialen Austausch sowie in Supervisionen reflektiert werden.
Im salutogenetisch orientierten ‚reflecting team‘ wird das heilsame Potential der Gruppe erfahren und geübt. 

Gebühren für die Ausbildung – Schauen Sie dafür bitte in die einzelnen Menüpunkte der jeweiligen Ausbildung.

Leitung der Ausbildungen: Theodor Dierk Petzold

Ursprünge der Ausbildung

In SalKom® werden wissenschaftliche Er­kenntnisse der Gesundheitsförderung sowie der Kommunikationswissenschaf­ten zu einem gesundheitsbildenden Kommunikationskonzept für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsberufe, auch für die ärztliche Praxis verbunden. Damit verbinden sich langjährige Erfahrungen aus der allge­meinmedizinischen und psychothera­peutischen Praxis, der Ausbildung in Ge­sundheits- und Sozialberufen, dem Kom­munikationstraining und dem Schauspiel zu einem neuen Konzept gesund­heitsorientierter Kommunikation.

Ein Konzept für eine ’salutogene Arzt-Patient-Kommunikation‘ wurde 2004 von der Arbeitsgruppe SaKom initiiert: Prof. Dr. med. Eberhard Göpel (Hochschule Magdeburg), Elisabeth Möller (Schauspielerin, Kommunikationscoach, Bad Gandersheim), Dr. rer. nat. Dipl. Psych. Annette Mulkau (Kommunikationstrainerin, Magdeburg) und Theodor D. Petzold (Arzt und Psychotherapeut (ECP), Bad Gandersheim). TD Petzold hat die Initiative dann weiter mit dem Autonomietraining von Ronald Grossarth-Maticek und vielen anderen Methoden integriert und daraus die Salutogene Kommunikation entwickelt.

Literatur

Ausgewählte Veröffentlichungen zur Salutogenen Kommunikation

Petzold TD (2016): Geburt ist Kooperation im Annäherungsmodus. In: DHZ Deutsche Hebammenzeitschrift 2016. 68 (1) 32-36.

Petzold TD (2015a): Für eine gute Arzt-Patient-Kooperation ist die gemeinsame Intentionalität entscheidend. In: ZFA Z.Allg.Med.10: 6-10.

Petzold TD (2015b): Ent-Wicklung von Beziehungsmustern in intentionalen Gemeinschaften. In: Der Mensch Heft 50/51, S. 5-12.

Petzold TD (2013a): Gesundheit ist ansteckend – Praxisbuch Salutogenese. München: Irisiana (überarbeitete Neuauflage vom „Praxisbuch Salutogenese…“ (2010; Süd-West)

Petzold TD (2014): Selbsthilfe, Selbstregulation und Kommunikation. In: Der Mensch Heft 48, 1/2014 S.11-17.

Petzold TD (2013b): Salutogene Kommunikation und Selbstregulation. In: Praxis – Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation. 26. Jahrgang, Heft 2-2013 (92); S. 131-145.

Petzold TD (2013c): Stimmigkeit im therapeutischen Resonanzraum. In: Der Mensch Heft 47, 2/2013 S.48-51.

Petzold TD (2013d): Salutogene Kommunikation zur Anregung der Selbstheilungsfähigkeit bei langwieriger Erkrankung. In: Petzold & Bahrs (Hrsg. 2013): Chronisch krank und doch gesund. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; S. 263-278.

Petzold TD (2013e): Kreative Gruppenprozesse für gesunde Entwicklung – auch gesellschaftlich. In: Petzold & Bahrs (Hrsg. 2013): Chronisch krank und doch gesund. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung; S. 396-407.

Petzold TD (2013f): Errors, communication and a learning feedback-loop for development. Presentation on international conference in Ascona Switzerland: COME Communicating Medical Errors. http://www.salutogenese-zentrum.de/

Petzold, TD (2011a): Salutogene Kommunikation. In: Petzold & Lehmann (Hrsg.): Kommunikation mit Zukunft. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung S. 141-163.

Petzold TD, Lehmann N (2011b): Salutogenesis, globalization, and communication.  In: Special Issue of International Review of Psychiatry Dec 2011, Vol. 23, No. 6, Pages 565-575. http://informahealthcare.com/eprint/2tBKJEewTtXWMACrEfxs/full.

Petzold TD (2011c): Systemische und dynamische Aspekte von Ganzheit in einer Theorie der Allgemeinmedizin. In: Zeitschrift für Allgemeinmedizin ZFA 2011 (87)(10) S.21-26.

Petzold TD, Lehmann N. (2009): Salutogene Kommunikation zur Annäherung an attraktive Gesundheitsziele. Bad Gandersheim: Verlag Gesunde Entwicklung (Brosch.).

Petzold TD (2007): Bedürfniskommunikation. In: Psychotherapie Forum Vol. 15 No.3 2007 S.127-133. 

Petzold TD (2005): Die ärztliche Gesprächsführung im Sinne einer salutogenen Kommunikation. In: Erfahrungsheilkunde 2005; 54, S. 230-241.