Beiträge

Selbstwirksamkeit erhöhen?

Bildquelle: oddsock: „crop circle – echoes“ (Attribution License)

Wenn wir von kokreativer Kommunikation sprechen, denken wir konsequenterweise an die gemeinsame Kreativität von Gruppen. So erscheinen die Erfahrungen paradox, die manche mit den kokreativen KulturTreffen KKT gemacht haben: Sie haben in ihrem kulturellen wie beruflichen Leben ihre individuelle Selbstwirksamkeit erhöht. So ist eine Teilnehmerin direkt am Tag nach dem 1. KKT ihrem inneren Impuls gefolgt und hat zu einer wöchentlichen Friedensmeditation online eingeladen. Mit überraschend schnellem und großem Erfolg: Es haben sich über 60 TeilnehmerInnen in kurzer Zeit aus fünf Ländern dazu angemeldet.

Eine andere Teilnehmerin berichtete beim 3. KKT, dass sie nach dem 2. KKT auf einer beruflichen Fortbildung, die sehr zäh und für alle Beteiligten unbefriedigend verlief, spontan einen längeren positiven Beitrag gegeben hat, der Bewegung in die negativ festgefahrene Situation brachte. Daraufhin hat sie gleich ein reizvolles neues Jobangebot bekommen.

Kokreative Bottom-up-Prozesse

Kokreative Kommunikation regt positiv an – ganz besonders zunächst die individuelle Kreativität. Diese kann sich in den Lebenszusammenhängen des betroffenen Individuums entfalten. Dort kann seine Kreativität wieder andere Mitmenschen anregen. Und so weiter. Je klarer die konstruktive aufbauende Kommunikation ist, desto mehr Resonanz kann sie finden und umso kokreativer und weiter kann sie womöglich in die Kultur hinein wirken. So kann das KKT mit individuellen und Kleingruppen-Prozessen auf das Makro-/Übersystem Kultur wirken – und zwar Bottom-up: von unten nach oben, im Kleinen auf das Große.

Aus systemischer Sicht

In einer systemischen Sicht erscheint dieser Vorgang so: In der interindividuellen Kommunikation – also zwischen zwei oder mehreren Menschen – erhält ein Individuum Informationen. Es verarbeitet diese Informationen in seiner Art und Weise – möglichst aufbauend. Das (Zwischen-)Ergebnis seiner Informationsverarbeitung kommuniziert es wieder mit ggf. anderen Individuen. Wenn diese damit in Resonanz gehen und ihrerseits die Informationen in konstruktiv adaptierter Weise (= kokreativ) weitergeben, kann das zur kokreativen Gestaltung des Übersystems führen.

Dabei kommt die Frage auf: Wann sind Informationen und ihre Verarbeitung konstruktiv?

Diese Frage nach dem Aufbauenden erfordert eine Bewertung der Kommunikation. Diese Bewertung wird subjektiv vorgenommen, sowohl aus der Sicht des Individuums als auch aus der Sicht des Übersystems (= Metasubjekt). Maßgeblich für Kokreativität sind somit Subjekte: also Du und ich – in Abstimmung mit anderen wie auch Metasubjekten – letztlich alle Betroffenen (vgl. Petzold & Henke: Motivation. 2023; S. 148f, 190).

Grafik aus: Petzold TD (2022) Schöpferisch kommunizieren. Aufbruch in eine neue Dimension des Denkens. Abb. 2. S. 34. Verlag Gesunde Entwicklung: www.geen.de

Veranstaltungen

 

Paradoxien, Humor und Lösen von Ambivalenzkonflikten

Themen: Entstehung von Doppelbindung und Paradoxien im Erleben;
Lösen von hemmenden Regulationsmustern, die durch kommuni­kativ hergestellte Doppelbindung entstanden sind – Lösen von Annäherungs-/Abwendungskonflikten mit Imaginationshilfen;
Paradoxe Interventionen auf kooperativer Basis;
Bedeutung und Einsatz von Humor im Therapieprozess;
Erschließung eigener Ressourcen / einer Meta-Perspektive für die praktische Arbeit

Mehr Informationen und Curriculum hier.

Anmeldung hier.